Öffentliche Erklärung zum Rücktritt als Beigeordneter

Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Haßlocherinnen und Haßlocher, 

liebe Kolleginnen und Kollegen in der Gemeindeverwaltung,

 

ich habe Herrn Bürgermeister Meyer gestern, am 19.12.2025, schriftlich um Entpflichtung meiner Aufgaben als Beigeordneter der Gemeinde Haßloch gebeten. Zuvor wurde mir durch Herrn Meyer in einem Vier-Augen-Gespräch mitgeteilt, dass er sich eine weitere Zusammenarbeit mit mir als Beigeordneter im Team nicht mehr vorstellen kann. 

Neben meinem Vollzeitberuf war ich nun über ein Jahr ehrenamtlich als Dezernent für das Feuerwehrwesen, die Bußgeldstelle, die öffentliche Sicherheit und Ordnung mit dem kommunalen Vollzugsdienst und der Hilfspolizei, sowie für den Brandschutz, den Zivil- und Katastrophenschutz und auch für das Fischereiwesen zuständig. Auch das Gewerbeamt habe ich verantwortet. Selbst den Versuch den Wochenmarkt zu erhalten habe ich klaglos in mein Aufgabenheft übernommen. Ich glaube, dass ich dies alles mit viel Engagement und diversen Erfolgen bewältigt habe, ohne dabei stets auf die dünne Personaldecke oder sonstige Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung in aller Öffentlichkeit hinzuweisen. 

Auch waren mir Parteibücher egal, es kam mir immer auf den einzelnen Menschen und dessen Verhalten an. Hier habe ich parteiübergreifend gute wie schlechte Eindrücke gewonnen. Ich lege das Amt nicht freiwillig nieder. Aber die Auswirkungen und Methoden parteiinterner Interessenskonflikte und Machtkämpfe, insbesondere hinter den Kulissen und teilweise mit unwahren Behauptungen geführt, beeinträchtigen nicht mehr nur mein Leben alleine sondern auch das meiner lieben Ehefrau. Ob es nun anonyme Postwurfeinsendungen bei mehreren Haushalten waren oder diverse “vertrauliche“ Gespräche durch Einzelne, dessen Inhalte am Ende des Tages doch bei mir ankamen. Insbesondere auf Grundlage dieser Gespräche entstandene Stimmungsbilder waren für mich nicht mehr einzufangen, selten entsprachen die Gesprächsinhalte den Tatsachen. Insofern halte ich meinen Schritt für dringend angezeigt und richtig. Das in den Gesprächen offenbar gern thematisierte Liebesleben in unserer Ehe sowie das Berufsleben meiner Frau waren dabei weniger Gegenstand des Problems, sondern vielmehr einzelnen Personen gerade recht und dienlich, meine Reputation, meinen angeblich geschädigten Moralkompass und mein Frauenbild anzugreifen. Sind Sie sich bitte stets bewusst, wir sind nicht umsonst schon über 17 Jahre glücklich verheiratet.

Ich bedanke mich bei der Feuerwehr für ihr unfassbares Engagement. Ich bedanke mich bei meinen Kollegen Beigeordneten Borck und Trösch sowie dem geschäftsführenden Beamten Herrn Specht für den fairen und ehrlichen Umgang. Ich bedanke mich bei „meiner“ Ordnungsverwaltung, welche sicherlich nicht immer den einfachsten Stand in der Verwaltung hat. Obwohl nicht zu meinem Dezernat gehörend, bedanke ich mich bei den Kolleginnen des Bürgerbüros, denn dort räumte man mir häufiger einen Schreibtisch frei, um überhaupt vor Ort arbeiten zu können – gerne komme ich daher noch meiner persönlichen Einladung zur Weihnachtsfeier nach. Insbesondere einige Kolleginnen und Kollegen aus der Langgasse hatten bis zum Schluss die Hoffnung geäußert, ich könne dem Druck standhalten. Können ja, wollen nein. Ich verdiene im Hauptberuf genügend Geld und bin auf keine Aufwandsentschädigung angewiesen. Ich habe eine tolle Familie, welcher ich aktuell aber nicht mehr schlüssig erklären kann, für oder gegen wen ich eigentlich die ganze Zeit kämpfe. Ich danke denjenigen in der CDU Haßloch, welche mir bis kurz vor diesen Zeilen versucht haben diesen Schritt auszureden. Und ich danke der Koalition, welche mich im Gemeinderat als Beigeordneten durchgesetzt hat für das in mich gesetzte Vertrauen. 

Bis zum Jahreswechsel werde ich die nötigsten Amtsgeschäfte weiterführen. Die jetzt beginnende Weihnachtspause ist ein guter Zeitpunkt hierfür, da die Amtsgeschäfte zumeist ruhen und keine Vorgänge zu verrutschen drohen.

Ich freue mich nun auf ruhigeres Fahrwasser! Dass Parteibuch lege ich nicht nieder und gebe weiterhin mein Bestes, die Dinge aus der zweiten Reihe im Sinne der Sache mitzugestalten. Loyal wie immer und viele Mitstreiter an meiner Seite wissend, denen es um die Sache und nicht um Personen und Posten geht.

Sollte ich jemanden in den Dankesworten vergessen haben, war das sicherlich keine Absicht.

Herzliche Grüße, frohe Weihnachten,

Ihr 

Marcel Wirdemann

Haßloch, den 20.12.2025

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